Aktuelles

So, jetzt sind eineinhalb Jahre vergangen, erst jetzt habe ich es geschafft, mein Ehe-Faultier zu bewegen, mal wieder was wirklich Aktuelles auf die Homepage zu schreiben. Wir schreiben den Januar 2022 und seit der letzten Aktualisierung im Juli 2020, also seit dem NN-Wurf, ist einiges passiert. Wir haben zwei Würfe gehabt – den OO- und den PP-Wurf, zu finden in der Zuchthistorie. Alle Welpen sind aus dem Haus, haben liebevolle Familien gefunden, alle sind glücklich, also bin ich es auch.

Dazu haben wir zwei vielversprechende Hündinnen bekommen – Lesley und Maisie, aber die kommen erst auf die Homepage, wenn sie ihre Zuchtzulassung haben. Das kann wegen Corona aber noch dauern. Schau’n mer mal, dann sehen wir weiter.

Wo Zugang ist, ist leider auch Abgang. Wir haben Shiloh verloren und Payla ist in Rente. Mehr dazu auf „Unsere Hunde“.

Ich lass ein Stück Vergangenheitsbewältigung weiter hier unter „Aktuelles“ stehen, weil das immer noch unser „Hundeleben“ bestimmt.

Direkt nach Weihnachten 2016 bekamen wir per Zustellungsurkunde mitgeteilt, dass das Bauamt des Main-Kinzig-Kreises ein Ordnungsverfahren gegen uns eingeleitet hat und uns verbietet, mehr als drei Hunde zu halten und ein Hundezuchtverbot erteilt hat. Schöne Bescherung, oder? Dagegen muss man sich einfach wehren – findet Ihr nicht! In den qualvollen Monaten danach mußten wir viel erdulden, noch mehr Unverständliches ertragen und am Gerechtigkeitssinn verzweifeln. Wir mußten schmerzlich lernen, dass das deutsche Baurecht eines der schwammigsten Rechtsvorschriften ist, die es gibt und dass der Amtsschimmel sich deshalb mächtig auswiehern kann und man der Willkür völlig ausgeliefert ist. Als Präambel des Baurechts oder als Titel sollte man ein Zitat von Friedrich von Schiller verwenden: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ Dabei ist offensichtlich völlig egal, ob der böse Nachbar lügt, maßlos übertreibt oder einfach nur böswillig ist. Es reicht, dass er sich beschwert hat, um den Amtsschimmel in Bewegung zu setzen und Bremsen hat der nicht.

Begründet wurde das Ganze unter anderem damit, dass viele Hund viel Lärm erzeugen könnten und das dadurch die Gesundheit der Nachbarn aufs Aüßerste gefährdet sei. Wir haben über mehrere Monate ein „Bell-Protokoll“ geführt, in dem wir penibel jedes Bellen unserer Hunde mit Anzahl und Dauer dokumentiert hatten. Danach kamen unsere Hunde in einem ganzen Monat auf eine Bellzeit von 8 Minuten als Spitzenwert. Ich habe keinen Mediziner gefunden, der mir zugestanden hat, dass davon Menschen tot umfallen oder krank werden können. Und was sagt das Bauamt dazu? – „Das interessiert uns nicht.“ Es reicht, dass von den Hunden eine potentielle Lärmbelästigung ausgehen könnte, vor denen die Nachbarn geschützt werden müßten.

Und wieso drei Hunde? Das Bauamt sagt: „Drei Hunde sind gerade noch wohngebietstypisch.“ – Und wer bestimmt das? – Das Bauamt sagt: „Das haben wir für uns so festgelegt.“ – Also eine Regel nach Gefühl und Wellenschlag, man könnte aber auch von Willkür sprechen.

Und was ist mit dem Verbot der Hundezucht? Das bleibt bestehen, „aber ein bis zwei Würfe im Jahr sind ja keine Hundezucht“ – wieder Originalzitat Bauamt. Das ist wohl eine der absolut perfidesten Ausprägungen von Dialektik, die ich kenne, da würde sogar der Meister der Dialektik – der alte Stalin – vor Neid erblassen. Das wäre so, als würde man sagen, Mord ist verboten, aber ein bis zwei Leute im Jahr umzubringen, ist (noch) kein Mord.

Was bleibt – wir mußten uns von vielen unserer alten Hunde trennen, auch wenn wir das nicht wollten und es uns unendlich schwer gefallen ist, wir lange nicht darüber hinweg gekommen sind und es noch immer weh tut. Tröstlich ist nur, dass alle Hunde ein tolles neues Zuhause bekommen haben, dass die Dailuaine-Familie uns immens unterstützt hat, moralisch, durch Adoption von Hunden und auch finanziell. Ich kann Euch gar nicht genug dafür danken, ohne Eure Unterstützung hätten wir das wohl nicht ausgehalten und überwunden.

Was bleibt noch? Wir haben drei Hunde behalten und wir werden nicht mehr züchten, aber weiterhin – hoffentlich – Würfe haben.