Die Philosophie

Mein Golden Retriever Zwinger besteht seit 1996 und ich nehme es mit der Verantwortung einer Züchterin sehr ernst. Ich habe mir von Anfang an das Zuchtziel gesetzt, nur mit exzellenten, wesensfesten, gesunden und vor allem typischen Hunden, die dem Rassestandard in wirklich allen Punkten entsprechen, zu züchten.

Und weil ich ein „ordentlicher“ Züchter sein will, züchte ich unter den Auflagen und Regularien des GRC, des VDH und der FCI, auch wenn das manchmal bedeutet, dass ich nicht so darf wie ich wollen würde. Bestes Beispiel dafür mein erster Golden – Glenaisla Cracker Jack. Ein toller Hund, Multi-Champion mit Jagdprüfungen und trotzdem nicht in der Zucht, weil er zu schlechte Hüften hatte. Tough shit, würde jetzt der Amerikaner in mir sagen.

Und wie hat das mit dem Züchten angefangen? Wie bei jedem anderen Züchter-Novizen auch. Man braucht eine Hündin. Und nach der Richtigen habe ich lange geschaut. Ich hab auf jeder Ausstellung hier in Deutschland alles gescannt, was da rumlief. Ich habe Zuchtbücher noch und nöcher gewälzt, und dann für mich rausgefunden, welchen Typ Golden ich will.

Der Typ Golden, den ich bevorzuge, ist das was man als old-fashioned, traditional English Breed bezeichnen kann. Um die passende Hündin dafür zu suchen, muss man nach England. Mein Mann und ich haben unsere Kinder bei Oma und Opa geparkt, mein Mann hat seinen Jahresurlaub geopfert und wir sind in England auf Tournée gegangen, von Ausstellung zu Ausstellung, von Züchter zu Züchter – und dann haben wir gefunden, was ich wollte.

Der Zuchtzwinger, aus dem meine Stamm-Zuchthündin stammt, ist weltbekannt für wesensfeste, typische und liebevolle Golden Retriever. Ich schätze mich glücklich, und es ist eine Ehre, aus diesem Zwinger in England einen Hund bekommen zu haben. Meine Sunshine ist eine Amirene und ich bin Mararet Woods unendlich dankbar, dass sie mir diese tolle Hündin als Welpen anvertraut hat.

Sunshine ist in allen Dailuaine-Golden-Retrievern verewigt. Als Vatertiere werden ausschließlich ebenso freundliche, wesensfeste, gesunde, liebevolle und exzellente Vertreter der Rasse als Deckrüde eingesetzt. Inzwischen bin ich mit meiner Zucht eine Ecke weiter, heute steht sie auf drei Säulen, der Amirene-Linie, der Trewater-Linie und der Lochteymor-Linie – alles allererste Sahne, was Genetik und Abstammung angeht.

Genauso sorgsam, wie ich den Aufbau meiner Zucht geplant habe, bin ich mit der Auswahl meiner Welpenkäufer. Da mir alle meine Welpen so sehr ans Herz gewachsen sind, lege ich allergrößten Wert auf ein gutes Zuhause für „meine Kinder“. Bestimmt gehen dem einen oder anderen einige Fragen und Gespräche etwas auf den Keks, aber ich will halt sicher gehen. Und es ist auch schon passiert, dass ich den Welpen in letzter Minute nicht abgegeben habe, weil mich etwas gestört hat. Oder ich habe darauf bestanden, dass der Hund wieder zu mir zurückkommt. Im Zweifelsfall entscheide ich immer für den Hund. Das mag anmaßend und hart klingen, aber ein Welpe kann seiner Familie nur so viel Liebe und Freude zurückgeben, wie ihm oder ihr entgegengebracht wird Und da will ich sicher gehen, dass das klappt..

Meine Verantwortung als Züchter hört auch dann nicht auf, wenn der Welpe längst in seiner neuen Familie lebt. Sollten Fragen, Probleme oder auch nur ein unbändiges Mitteilungsbedürfnis auftreten, werde ich mein Bestes tun, um jedem mit Rat, Tat und Mitfreude zur Seite zu stehen und zu helfen. Das gilt auch und ganz besonders dann, wenn irgendetwas eintritt und man seinen Liebling nicht mehr behalten kann.